Acrocomia
Hintergrund

Information über Acrocomia spp.

Acrocomia spp. gehört zur Familie der Arecáceas, die weltweit verbreitet ist und sehr viele Arten ausweist.

Die Ölpalme (Elaeis guineensis), derzeitig der größte Produzent von Pflanzenöl, und die Kokos Palme (Cocos nucifera) sind die Arten, die am intensivsten industriell ausgenutzt werden. Außerdem gibt es eine große Zahl weiterer Mitglieder dieser Familie, die bisher kaum industriell genutzt werden, weil sie noch nicht ausrechend untersucht wurden.Die Mehrheit dieser „weiteren Mitglieder", einschließlich Acrocomia spp. ist weitgehend wild bzw. befindet sich noch im Stadium der Domestizierung. Daher sind die meisten Möglichkeiten und Potentiale sowie die Bedingungen, unter denen diese erreicht werden können, nicht hinreichend bekannt.

Acrocomia spp. wird bereits seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts in Paraguay im häuslichen Bereich als Speiseöl sowie von der lokalen Industrie als Rohstoff für die Seifenherstellung benutzt. Aufgrund des weit verbreiteten natürlichen Vorkommens der Acrocomia Palme destand bisher keine Notwendigkeit, diese zu domestizieren.

Der Nachfrageanstieg nach Energie aus der Landwirtschaft hat die Aufmerksamkeit auf alternative Rohstoffe gelenkt, wodurch man auch auf das Potential der Früchte der Acrocomia Palme aufmerksam geworden ist.

Taxonomie

Reich Plantae
Unterreich Tracheobionta
Abteilung Spermatophyta
Unterabteilung Magnoliophyta
Klasse Liliopsida (Monocotyledoneae)
Unterklasse Arecidae
Ordnung Arecales (Palmales)
Familie Arecaceae
Unterfamilie Arecoideae
Stamm Cocoeae
Unterstamm Bactridinae
Gattung Acrocomia
Art Acrocomia aculeata

Acrocomia besitzt in den unterschiedlichen Regionen, in denen sie natürlich vorkommt, sehr unterschiedliche Phänotypen (Polimorphismen), Bisher wurden 40 verschiedene Arten beschrieben. Neueste Forschungen gehen aber davon aus, dass es nur zwei Arten gibt: A. hassleri, die nur in Brasilien und Nord Paraguay vorkommt und A. aculeata die geographisch wesentlich weiter verbreitet ist.

Vorkommen und Ökologie

Die Palme - Mbokayá, Macaúba, Bacaiúva, Mucajá, Cocotero, Coquita, Macaw Palm, Gru Gru, Coyol - sowie in verschiedenen Regionen auch noch unter anderen Namen bekannt, gehört zur Pflanzenfamilie der Arecaceae (auch Palmaceae genannt). Sie kommt natürlich im in Lateinamerika von Mexiko über Zentral Amerika, die Karibik, Venezuela, Brasilien bis Bolivien, Paraguay und den Norden Argentiniens vor, also etwa von 30 ° Nord bis 30 ° Süd.

Die Acrocomia Palme wächst natürlich in tropisch und subtropischen Zonen auf trockenen und feuchten Standorten, bei Niederschlägen zwischen 1000 mm bis 4000 mm, Jahresdurchschnittstemperaturen zwischen 20° C bis 28° C und in Höhen bis zu 1 200 m über Normal. Der pH des Bodens variiert zwischen 4.5 und 7. Sie wächst auch in trockenen Zonen, in denen nur wenige andere Pflanzen überleben können und verträgt Trockenperioden von mehreren Monaten.

Die Sorte oder Varietät, die als Acrocomia totai Mart. bekannt ist, verträgt Frost bis zu - 5° C ohne dass Schäden an der Pflanze oder am Fruchtertrag auftreten. Da sie die Blätter im Winter nicht abwirft, ist sie ganzjährig in der Photosynthese aktiv.

Acrocomia wächst auf unterschiedlichen Böden - außer unter staunassen Bedingungen - wobei sie gut entwässerte sandige Böden bevorzugt. Sie ist sehr resistent gegen Feuer (wenn ausgewachsen) und gegen Wind.

Morphologie der Acrocomia Palme

Habitus: Mittelgroße Palme, 6 bis 15 m hoch, der Stammdurchmesser beträgt 0.2 bis 0.4 m. Die Krone (Durchmesser 3 bis 5 m) besteht aus 20 bis 25 Palmwedeln. Der Stamm ist gerade und leicht zylindrisch, seine Farbe ist hellgrau mit glatter und gemaserter Oberfläche. Der Stamm ist mit Stacheln übersät, die bis zu 15 cm lang werden. Im Alter werden diese Stacheln abgeworfen.

Blätter: Die Palmwedel sind gebogen, vom Stammende ausgehend. Sie sind immergrün (ganzjährige Photosynthese) und 2 bis 4 m lang. Von den Palmwedeln gehen die Fiederblätter aus, die 30 bis 60 cm lang und 1 bis 2 cm breit sind. Sie weisen eine sattgrüne Farbe auf, wobei die Unterseite heller ist. Die Palmwedelrippe besitzt zahlreiche Stacheln von dunkelbrauner bis schwarzer Farbe, die 2 bis 6 cm lang sind.

Blüten und Früchte: Die Pflanze ist einhäusig. Die rispenförmig aufgebaute Infloreszenz ist 50 cm bis 150 cm lang und wächst aus der Basis der Palmwedel. Sie wird von einem haarig, stachligem Blatt bedeckt, das 1 bis 1.7 m lang und 20 bis 40 cm breit ist. Die weißgelben Blüten sind fast einen Zentimeter lang und haben 3 Sepalen (Kelchblätter) und 3 Petalen (Hüllblätter).

Die runde frische Frucht weist einen Durchmesser von 2.5 cm bis 5 cm und eine olivgrüne bis karamellbraune Farbe auf, hat frisch einen angenehmen Geruch und eine relativ glatte, glänzende und zerbrechliche Außenschale. Darunter liegt das weiche, faserige Mesokarp (Pulpa), welches das Endokarp (Carozo) einschließt, in dem sich der Samen befindet. An den Rispen, die in unterschiedlicher Anzahl an der Palme vorkommen (normalerweise 4 bis 12 pro Saison) hängen jeweils zwischen 200 bis 700 Früchte, wobei die Zahlen je nach Genotyp und regionalen Wachstumskonditionen variieren.

Der Samen mit Schale ist sehr hart, 1 bis 3 cm im Durchmesser. Die Blütezeit ist zwischen Oktober und Februar und die Erntezeit der Früchte der von November bis April des Folgejahrs. Die Reifezeit beträgt demnach 13 bis 14 Monate.

Bewurzelung: Die ausgewachsene Pflanze besitzt ein großes Wurzelsystem, das aus vielen relativ dünnen Wurzeln besteht. Sie sind tiefgründig und formen einen Winkel von 30° bis 40° zum Schaft des Stammes. Man findet generell Wurzeln 1., 2. und 3. Grades. Dies erklärt die gute Verträglichkeit der Palme zu Bodenbearbeitungen in nächster Nähe bzw. zum möglichen Anbau von Zwischenfrüchten.

Vermehrung

Generative Vermehrung: Die natürliche Vermehrung der Acrocomia Palme findet über den Samen statt. Bis zur Keimung vergehen üblicherweise 1 bis 7 Jahre, wodurch eine schnelle fristgerechte Vermehrung sehr beeinträchtigt wird. Acrocomia Solutions hat Methoden entwickelt, die eine schnelle gezielte Vermehrung erlauben, so dass Aufträge in beliebiger Größe innerhalb kürzester Zeit bedient werden können.

Umsetzen natürlich gekeimter Pflanzen: Dies ist die heute meist verwendete Methode, bei der unter den Palmen natürlich gekeimte Pflanzen ausgegraben und umgepflanzt werden. Die zur Verfügung stehende Menge dieser Pflanzen ist begrenzt und außerdem weisen sie eine unsichere genetische Herkunft auf. Für den Aufbau einer uniformen und effizienten Plantage ist diese Methode ungeeignet.

Embryonale in vitro Vermehrung: Diese Reproduktionsmethode besteht in der Keimung von Embryonen - die zuvor dem Samen entnommen wurden - in einem künstlichem Kulturmedium unter sterilen Bedingungen. Der Vorteil dieser arbeitsaufwendigen Methode ist, dass sie eine relativ schnelle Produktion von genetisch nicht identischen Pflanzen in einem festgesetzten Zeitrahmen erlaubt. Andererseits ist sie sehr arbeitsintensiv und daher ebenfalls nicht empfehlenswert.

Vegetative Vermehrung: Die Klonung ermöglicht die Reproduktion von mit der Mutterpflanze genetisch identischen Pflanzmaterials. Mit dieser Technik ist es also möglich, die genetische Variabilität von Pflanzen zu verhindern. Damit wird die Vermehrung von speziellen Mutterpflanzen, die positive Eigenschaften ausweisen, sichergestellt. Die vegetative Vermehrung wird derzeitig in Forschungsinstituten in Frankreich und Deutschland erforscht.

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