Acrocomia
Keimung und Wachstum

Die natürliche Keimung findet besonders im Frühjahr und Sommer statt. Die Sämlinge wachsen in den ersten Monaten langsam, wobei das Wurzelwachstum überwiegt. In diesem Stadium ist die Pflanze gegenüber Unkrautkonkurrenz relativ anfällig. Wenn diese nicht kontrolliert werden, können sie die Pflanze überwuchern. Aus diesem Grunde werden zum Auspflanzen gesunde Pflanzen von 10 bis 12 Monaten von ausgesuchten Mutterpflanzen aus Baumschulen empfohlen. Damit kann die Pflege kleiner Palmen im Feld umgangen und ein Jahr bis zum ersten Ertrag gewonnen werden.

Im ersten Jahr wachsen die Palmen im Durchschnitt 0.5 m. In dieser Zeit erscheint normalerweise das erste Fiederblatt. Die ideale Zeit für die Um-/Auspflanzung ist Herbst oder Frühjahr, um den Stress für die Pflanze gering zu halten.

Nach dem Umpflanzen findet ein schnelles Wachstum statt, das ca. 1 Meter pro Jahr in den ersten 4 Jahren bis zur ersten Blüte beträgt. Ab dem 6. Jahr verlangsamt sich das Höhenwachstum (vegetatives Wachstum), dafür nehmen die Rispengröße sowie der Ertrag zu (generatives Wachstum).

Auswahl des Vermehrungsmaterials

Acrocomia Solutions verwendet, in Zusammenarbeit mit seinen Partnern, einen großen Teil seiner Forschungsaktivitäten auf die Auswahl der Früchte/Samens für die Vermehrung. Zur Zeit wird intensiv an der Identifikation und Auswahl leistungsfähiger Mutterpflanzen mit hohem Ertrag und Ölgehalt gearbeitet.

Diese Arbeit sowie die umfangreiche Forschungen  in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen über alle anderen agronomischen Aspekte des Acrocomia Anbaus ermöglichen es Acrocomia Solutions, seinen Kunden die höchste Qualität und das umfangreichste Wissen zur Acrocomia Rohstoffproduktion und -verarbeitung anzubieten.

Faktoren des Anbaus

Bodenart und Vorbereitung

Acrocomia spp. wächst in Amerika auf unterschiedlichsten Böden, so dass grundsätzlich keine Bodenart auszuschließen ist, abgesehen von Standorten mit stehendem Wasser. Bevorzugt werden allerdings sandige Böden mit niedrigem pH Werten.

Der Anbau von Acrocomia spp. zeigt nicht nur hohe Erträge auf mittleren und guten sondern auch auf relativ armen Böden, auf denen andere Pflanzen bereits Probleme aufweisen. Auf welchen Böden sich eine Investition in Acrocomia lohnt, ist bei einer so langfristigen Entscheidung von größter Bedeutung und sehr genau zu planen.

Die Vorbereitung der Flächen unterscheidet sich kaum von anderen Forstpflanzen. Acrocomia spp. bevorzugt Böden mit geringem Gefälle, ist andererseits aber auch in der Lage, einen sehr guten Schutz gegen Erosion darzustellen.

Pflanzendichte

Grundsätzlich - ohne die speziellen Bedingungen eines jeden Projekts zu berücksichtigen sowie den möglichen Anbau von Zwischenfrüchten in die Überlegungen einzubeziehen - wird eine Pflanzendichte von 400 bis 600 Pflanzen pro Hektar für eine reine Acrocomia Plantage empfohlen. In jedem Fall sollte aber überlegt werden, zumindest in der Anfangszeit Gründüngung einzusetzen.

Pflegearbeiten

Die größte Aufmerksamkeit ist den jungen Pflanzen im ersten Jahr ihrer Entwicklung zu schenken, da nur so eine schnelles Wachstum sichergestellt werden kann. Risiken entstehen besonders in Trockenperioden nach dem Umpflanzen. Eine ausreichende Bewässerung ist nach dem Pflanzen sicherzustellen. Ausgewachsene Pflanzen besitzen dagegen eine gute Resistenz gegen Trockenheit. In Gegenden mit weniger als 900 mm Niederschlag sollte allerdings zumindest in der Anfangszeit eine Bewässerung in Betracht gezogen werden. In der Anfangszeit ist außerdem die Unkrautkontrolle sehr wichtig. Später bei größeren Palmen müssen lediglich die trockenen Blätter (Palmwedel) sowie alten, nach dem Fruchtabfall übrig gebliebenen Rispen entfernt werden. Blätter und Rispen können aufbereitet und als verarbeiteter Dünger in die Plantage zurückgeführt werden.

Parasiten, Krankheiten und deren Kontrolle

Selbst wenn bisher keine Krankheiten bekannt sind, die Acrocomia abtöten bzw. ihr Wachstum oder ihre Fruchtbildung völlig verhindern, so beeinflussen doch eine Reihe von Krankheiten und Schädlingen die Produktivität der Palme.

Die wichtigsten Schädlinge sind Insekten, die den meisten tropischen und subtropischen Palmen gemein sind. Die konkreten Auswirkungen auf Acrocomia spp. sind aber noch nicht ausreichend erforscht. Entsprechend ihrer Bedeutung sind folgende Schädlinge zu erwähnen: Brassolis sophororae (ein Wurm, der Palmen entblättert), Rhinostomus barbirostris und Rhynchophorus palmarum. Diese Schädlinge sind allen amerikanischen Palmen gemein. Ferner ist Bruco (Pachymerusnucleorum) zu nennen, der aber nur Samen befällt und nach jetzigem Kenntnisstand keinen negativen Einfluss auf die Produktivität der Palme hat.

Für diese, heute bei Acrocomia noch unbedeutenden Schädlinge, gibt es aber bereits Pflanzenschutzmaßnahmen, die bereits  bei anderen Palmen zum Einsatz kommen. Schließlich ist noch ein Pilz der Gattung Cercospora zu erwähnen, der auf der Blattunterseite gefunden wird. Die Bekämpfung dieses Pilzes ist nicht empfehlenswert, da der Pilz das natürliche Wachstum der Palme nur gering oder gar nicht beeinflusst.

Produktion und Ernte

Die Fruchtbildung beginnt im vierten bis fünften Jahr, abhängig von der Sorte sowie dem verwendeten Vermehrungsmaterial und stabilisiert sich im sechsten Jahr. Entsprechend der hohen Produktivität der Acrocomia Palme ist die Ernte bereits in den ersten Jahren wirtschaftlich interessant.

Die Erntezeit erstreckt sich über drei bis sechs Monate, abhängig von der Anzahl der Fruchtstände (Cachos). Sie beginnt im Frühjahr (November) und dauert über den Sommer (bis April).

Bisher wird ausschließlich per Hand durch das Aufsammeln der heruntergefallenen Früchte geerntet. Die heruntergefallenen Früchte liegen in einem Radius von ca. 2 Metern um den Stamm, so dass die Ernte sehr einfach ist, wenn die Palme nicht von zu hohem Bewuchs umgeben ist.

Die Früchte können ca. eine Woche auf dem Boden liegen bleiben, bevor die Zersetzung des Mesokarps (Pulpa) einsetzt. Dabei steigt der Anteil der freien Fettsäuren im Öl, wodurch die Verwendung dieses Öls begrenzt ist. Für die Herstellung von Biodiesel ist das Öl aber uneingeschränkt verwendbar.

Die Leistung bei der Handernte beträgt durchschnittlich etwa 500 kg frischer Früchte pro Tag und Person. Dabei können aber in Abhängigkeit von der Erntezeit erhebliche Abweichungen auftreten, da die Reifung und das Abfallen der Früchte nicht gleichmäßig erfolgt und im Sommer seinen Höhepunkt erreicht.

Man kann die Ernte durch Apparate verbessern, die die herab fallenden Früchte auffangen oder durch Sammelgeräte Über den Einsatz ist nach technischen und ökonomischen Kriterien projektabhängig zu entscheiden. In Plantagen ist in jedem Fall eine mechanische Ernte vorzusehen. In keinem Fall dürfen die ganzen Fruchtstände an der Palme geerntet werden, da die Früchte nicht gleichmäßig reifen und man dadurch einen Großteil des Öls verlieren würde.Es gibt nachgewiesene Fälle, in denen Acrocomia spp. noch im Alter von 50 Jahren den vollen Ertrag erbringt. Es wird berichtet, dass dies auch noch nach 70 Jahren der Fall sein soll.

Ertrag

Die Ertrag pro Flächeneinheit hängt ab von der Dichte der Bepflanzung, der Anzahl der Fruchtstände pro Palme, der Früchte pro Fruchtstand sowie von Faktoren wie Klima, Bodenqualität, der korrekten Pflanzung sowie der Pflege.

Es wurden Erträge frischer Früchte von bis zu 110 kg pro Palme sowie 14 Fruchtstände pro Palme an begrenzten Ansammlungen wild wachsender Acrocomia Palmen ohne jede Pflege und auf mittleren Böden gemessen.

Bei der Planung neuer Plantagen empfiehlt es sich, von geringeren Werten auszugehen. Auch wenn die Forschung fortschreitet und die Durchschnittserträge ansteigen werden, sollte zurzeit von etwa 22 t/ha auszugegangen werden, was ca. 45 kg frischer Früchte pro Palme entspricht.

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