Acrocomia
Was ist Acrocomia?

Acrocomia - eine Pflanze mit hoher Produktivität und vielseitigem Nutzen

Bekannt unter vielen Namen in den unterschiedlichen Regionen ihres Vorkommens in Latein Amerika stellt die Palme Acrocomia spp. eine Pflanzenart dar, die dem Menschen einen sehr vielseitigen Nutzen stiftet, die sehr robust ist, kaum Krankheiten kennt und sich an unterschiedlichste Klima-, Boden- und Umweltbedingungen anpassen kann. Außerdem weist sie eine sehr hohe Produktivität an vielseitig verwertbarer Biomasse auf, die auch als potentieller Rohstoff für die Erzeugung von fester und flüssiger Bioenergie verwendet werden kann.

Im Gegensatz zu anderen Pflanzen, die mit dem Ziel der Energieerzeugung aus der Landwirtschaft untersucht werden, unterscheidet sich Acrocomia durch die traditionelle Verwendung im häuslichen Bereich sowie durch die bereits über Jahrzehnte stattfindende Verarbeitung der Früchte, aus denen eine Vielzahl industrieller und nichtindustrieller Produkte hergestellt werden.

Häusliche Verwendung

Dort, wo sie natürlich vorkommt, wurde die Acrocomia Palme immer als nützliche Pflanze angesehen. Man unterscheidet die Verwendung der Früchte für die menschliche und tierische Ernährung.

Bewege den Cusor auf die Pflanzenteile, um ihre Verwendung kennen zu lernen

Man kann davon ausgehen, dass die alleinige Verwendung der Früchte und Blätter für die menschliche und tierische Ernährung den Anbau der Acrocomia Palme in Relation zu anderen Nahrungspflanzen rechtfertigt.

Industrielle Verwendung

Der meist verwendete Teil der Palme ist die Frucht, aus der unterschiedliche Subprodukte hergestellt werden können, ohne dass irgendwelche nicht verwertbare Reste übrig bleiben.

Bestandteile der Frucht:

Industrielle Subprodukte

Die industrielle Aufbereitung der Acrocomia Früchte wird in Lateinamerika ausschließlich in Paraguay, dort aber bereits seit Jahrzehnten durchgeführt. Auf die bestehende Technologie und Erfahrung kann jederzeit zurückgegriffen werden.

In der folgenden Tabelle werden die derzeitigen und künftigen Einsatzmöglichkeiten aufgezeigt:

Produkt Verwendung
Exokarp oder Außenschale Brennstoff für den Verarbeitungsprozess. Dünger
Mesokarpöl (Pulpa-Öl) Seifen, chemisch Industrie, Biodiesel.
Mesokarp Expeller (Pulpa) Mensch- und Tierernährung
Endokarp (Caroso) Brennstoff für industrielle Öfen (Schüttgut)Ausgangsmaterial für Briketts und Aktivkohle
Kernöl Hochwertige Seifen, Kosmetische und chemische Industrie, Nahrungsmittel wie u.a. Speiseöl, (Biodiesel)
Kernöl Expeller Kraftfutter

Produktionskette

Potentieller Ölertrag

Die Früchte der Acrocomia Palme verfügen - wie auch bei der Ölpalme Elaeis guineensis - über zwei Öle, einmal das Öl des Samens (Kernöl) und andererseits das Pulpaöl, das aus den Fasern, die sich außerhalb der Kernschale befinden, gewonnen wird. Aus diesem Grunde ist der Ölertrag pro Flächeneinheit erheblich größer als bei den meisten anderen Ölfrüchten.

Verschiedene Studien kamen zu dem Ergebnis, dass in gut geführten Acrocomia Plantagen ein Ölertrag zwischen 2 und 5 t/ha erreichet werden kann. Die Obergrenze des Ölertrags ist noch nicht bekannt, zu deren eindeutigeren Bestimmung sind weitere Forschungsschritte erforderlich. Unter Berücksichtigung konservativer Ergebniswerte für Acrocomia spp. ergibt sich der in der Grafik angegebene Vergleich mit anderen ölproduzierenden Pflanzen. (Die Grafik kann mit einem Mausklick vergrößert werden)

Potentieller Energieertrag

Wenn man den gesamten Energieertrag der Ölpflanzen pro Hektar vergleicht, wobei bei der Acrocomia Palme die Außen- (Pericarpio) und Kernschale (Exocarpio) mit einbezogen werden, so ergibt sich eine noch größere Überlegenheit von Acrocomia spp. Diese basiert auf der hohen Fixierung von Kohlenstoff besonders in der Kernschale, die sich dadurch z.B. sehr gut als Rohstoff für Aktivkohle eignet.

(Die Grafik kann mit einem Mausklick vergrößert werden).

Die Energie, die für die Acrocomia Verarbeitung bzw. für die Biodieselherstellung benötigt wird, kann alleine durch die Verbrennung des größten Teils der Außenschale erzeugt werden, so dass keine fossile Energie in diesem Prozess benötigt wird.

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